FAQ Seelsorge

Was geschieht in der Seelsorge?
Seelsorge ist zu allererst die Gelegenheit, dass Sie Ihre Situation, Ihr Problem beschreiben und klären können. Das Gespräch kann Raum bieten, sich selbst und das, was Sie belastet, besser zu verstehen. Es eröffnet vielleicht einen anderen Blick auf das Erfahrene. Man kann mögliche Lösungen miteinander durchspielen und findet so zum nächsten Schritt. Manchmal geht es aber auch darum, nur den tieferen Sinn eines Geschehens zu entdecken.
Seelsorge klingt immer so nach beichten müssen.
Seelsorge in Anspruch nehmen heißt nicht „beichten müssen“. Jedoch hat die evangelische Kirche die Beichte nie abgeschafft. Sie kann, wenn Sie es wünschen, Bestandteil eines seelsorgerlichen Gespräches sein.
Ist Seelsorge nicht etwas für Schwache, die allein nicht klar kommen?
Vielleicht ist das ja eher eine Form von Stärke, sich einzugestehen, ich komme hier im Moment allein nicht weiter. Es braucht durchaus Mut, sich zu öffnen und etwas zu zeigen von dem, was im Innersten geschieht.
Wie lange dauert so ein Gespräch?
Das kann ein kurzes Gespräch - sozusagen zwischen Tür und Angel - sein, das sich eher zufällig ergibt. Es kann aber auch gut sein, sich zu verabreden, um einen ungestörten Zeitraum zu haben. Für tiefergehende Fragen und Sorgen ist es erfahrungsgemäß ratsam, einen Zeitrahmen von einer Stunde abzustecken. Manchmal ist es dann auch hilfreich, sich mehrfach, also zu einer Reihe von Gesprächen zu treffen. Nicht für alles gibt es eine schnelle Lösung. Manchmal geht es darum, sich in einen inneren Prozess eine Weile begleiten zu lassen.
Erfährt niemand davon?
Das Vertrauen in die Verschwiegenheit ist ein eine der wesentlichen Voraussetzungen für ein offenes Gespräch. Die seelsorgerliche Verschwiegenheit und das Beichtgeheimnis sind so bedeutsam, dass Seelsorger vor Gericht ein Zeugnisverweigerungsrecht haben, selbst wenn sie von der Verschwiegenheit befreit werden. Telefonanschlüsse von Pfarrern dürfen nicht abgehört werden.
Ist Seelsorge auch anonym möglich?
Ja, selbstverständlich. Niemand muss seinen Namen dazu preisgeben. Seelsorge ist auch per Telefon möglich.
Die können einem dann besonders gut raten, was man tun soll?
Eher nicht; es geht mehr darum, einen Menschen in der Einzigartigkeit seines Seins zu begleiten und ihm zu helfen, seinen eignen Weg zu finden.
Was kostet das?
Seelsorge ist unentgeltlich. Zum Vergleich: In Deutschland zahlt man für eine Stunde professioneller Beratung außerhalb der Kirchen zwischen 50 und 100 Euro. Wir wollen, dass der Zugang möglichst niedrigschwellig ist. Wer diese Arbeit dann mit einer Spende unterstützen möchte, kann das gerne tun.